Hold vs. Vig beim Wettanbieter erklärt (theoretische Marge gegen das, was der Buchmacher wirklich behielt)

Aktualisiert am: 2026-07-29 · Redaktion von Gamblerfy · Read in English

Vig ist die Marge, die in den Quoten selbst steckt und sich berechnen lässt, bevor eine einzige Wette abgerechnet ist: Eine Standardlinie von -110 auf beiden Seiten impliziert rund 4,5 % eingebauten Vorteil, ganz gleich, was im Spiel passiert. Hold ist eine völlig andere Zahl: der Prozentsatz des gesamten Wetteinsatzes (Handle), den ein Wettanbieter tatsächlich behalten hat, nachdem jede Wette eines bestimmten Zeitraums ausgezahlt wurde. Vig ist eine Prognose des Vorteils, Hold ist das, was wirklich passiert ist.

Wie Hold tatsächlich berechnet wird

Die einfache Version der Formel lautet: Hold % = (Handle − Auszahlungen) ÷ Handle × 100. Werden auf einen Markt 100.000 $ gesetzt und zahlt der Wettanbieter 95.000 $ an Gewinner aus, ergibt sich ein Hold von 5 % – behaltenes Geld geteilt durch eingenommenes Geld. Man kann ihn auch aus den Quoten annähern, bevor Ergebnisse feststehen: Zwei Seiten, beide zu -110 gepreist, implizieren je rund 52,4 %, in Summe etwa 104,8 %, wobei die 4,8 % über 100 % den theoretischen Vorteil darstellen – nah an der Vig-Zahl einer einzelnen Linie, aber nicht identisch damit.

Warum Hold und Vig regelmäßig auseinanderfallen

Vig ist eine feste, berechenbare Zahl, die vor Spielbeginn in eine konkrete Linie eingebacken ist. Hold ist dagegen der Anteil des Handles, der nach realen Ergebnissen tatsächlich beim Buchmacher blieb. Und weil sich Spielausgänge selten exakt so aufteilen, wie es die Quoten nahelegten, weichen Hold und Vig regelmäßig voneinander ab – manchmal deutlich. Fallen die Ergebnisse stark zugunsten der vom Publikum gespielten Seite aus, kann ein Wettanbieter auf diesem Markt oder an diesem Tag einen Hold weit unter seiner eingepreisten Vig ausweisen, sogar einen negativen. Verliert das Publikum schwer, kann der Hold deutlich über der theoretischen Zahl liegen. Vig ist erwartet, Hold ist realisiert und zeigt seinen wahren Wert erst, wenn Wetten wirklich abgerechnet sind.

Warum Kombiwetten einen Hold weit über der Vig jeder Einzelwette zeigen

Genau hier wird der Unterschied zwischen Vig und Hold wirklich nützlich statt bloß akademisch. Eine Einzelwette zu -110 trägt rund 4,5 % Vig, und der langfristige Branchen-Hold auf Einzelwetten liegt mit etwa 5 % nah dran. Bei Kombiwetten sieht es völlig anders aus: Die Wettanbieter in New Jersey wiesen in einem berichteten Monat einen durchschnittlichen Kombi-Hold von 24,2 % gegenüber 4,4 % auf allem anderen zusammen aus, und Daten aus Illinois von 2023 zeigten 18,2 % Kombi-Hold gegenüber 4,9 % bei Einzelwetten. Same-Game-Parlays laufen speziell oft bei 20-35 % Hold – wer ausschließlich Kombis spielt, überlässt dem Buchmacher damit das 4- bis 8-Fache des strukturellen Vorteils, den ein Einzelwetten-Spieler abgibt.

Warum man diesen Unterschied verfolgen sollte, nicht nur kennen

Die Vig sagt dir, was ein bestimmter Wettyp theoretisch kostet, bevor du ihn platzierst – nützlich, um eine -110-Linie mit einer -105-Reduced-Juice-Linie zu vergleichen, wie in Buchmachermarge erklärt beschrieben. Der Hold sagt dir, was mit echtem Geld über einen echten Zeitraum tatsächlich passiert ist – das ist die Zahl, die in staatlichen Glücksspielberichten auftaucht und offenlegt, welche Wettformate Spielende in der Praxis wirklich am meisten kosten. Die Lücke zwischen Kombi- und Einzelwette ist dafür das klarste Beispiel, weil sie aus real abgerechnetem Handle stammt und nicht aus der impliziten Mathematik einer einzelnen Linie.

Wetten soll Unterhaltung sein, niemals ein Weg, Geld zu verdienen. Setze dir Limits und hole dir hier Hilfe.

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