Das Labouchère-System erklärt (das einzige Progressionssystem mit exaktem Gewinnziel)

Aktualisiert am: 2026-07-30 · Redaktion von Gamblerfy · Read in English

Labouchère, auch Streichsystem oder geteilte Martingale genannt, ist ein Progressionssystem für einfache Chancen beim Roulette — Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, Hoch/Niedrig. Anders als die Martingale, die den Einsatz nach jedem Verlust einfach verdoppelt, oder Fibonacci, das einer festen Zahlenfolge folgt, ganz gleich, was der Spieler tatsächlich gewinnen will, geht Labouchère von einem vorab gewählten Gewinnziel aus und baut das gesamte Einsatzmuster darauf auf, dieses Ziel zu erreichen.

Das Ziel festlegen: eine Zahlenfolge, nicht nur ein Einsatz

Bevor überhaupt eine Wette platziert wird, wählt der Spieler ein Gewinnziel und schreibt es als Folge positiver Zahlen auf, deren Summe dieses Ziel ergibt — meist in Einheiten statt in einem Geldbetrag ausgedrückt. Ein Ziel von $100, aufgeteilt in zehn Einheiten zu $10, lässt sich also als Folge 2-2-2-2-2 schreiben oder als jede andere Kombination, die 10 Einheiten ergibt. Diese Folge, nicht eine einzelne Zahl, steuert tatsächlich jeden folgenden Einsatz.

Wie ein Einsatz bemessen und abgerechnet wird

Jede Wette setzt die Summe der aktuell ersten und letzten Zahl der Liste — bei der Folge 2-2-2-2-2 sind das 2+2=4 Einheiten für die erste Wette. Gewinnt die Wette, werden beide verwendeten Zahlen von der Liste gestrichen, und die nächste Wette nutzt das neue Paar aus erster und letzter Zahl. Verliert die Wette, wird der verlorene Betrag ans Ende der Liste angehängt statt entfernt, wodurch die Folge wächst statt schrumpft. Das Ziel ist erreicht, sobald jede Zahl der Liste gestrichen wurde — dann entspricht die Summe aller Gewinnwetten abzüglich aller Verlustwetten exakt dem zu Beginn gesetzten Gewinnziel.

Warum keine Mehrheit an gewonnenen Wetten nötig ist

Da jeder Gewinn zwei Zahlen streicht, jeder Verlust aber nur eine hinzufügt, kann ein Spieler mit Labouchère sein Ziel erreichen, obwohl er weniger als die Hälfte aller Wetten gewinnt — die Gewinne müssen im Schnitt nur größer ausfallen als die Verluste, worum sich der Streichmechanismus automatisch kümmert, weil die Folge mit Gewinnen kürzer und mit Verlusten länger wird. Das ist ein echter struktureller Unterschied zum flachen Setzen oder zu einem System wie der Martingale, bei dem jede Wette im selben Verhältnis zur vorherigen steht.

Wo es scheitert: dieselbe Falle wie bei jedem Progressionssystem

Eine lange Verlustserie hängt immer weitere Zahlen ans Ende der Liste, und da jede Wette die Summe der aktuell ersten und letzten Zahl setzt, kann der nötige Einsatz schnell anwachsen — dasselbe strukturelle Risiko, das in progressive Wettsysteme erklärt für Martingale und Fibonacci beschrieben wird. Keine Reihenfolgemethode verändert den zugrunde liegenden Hausvorteil auf Rot/Schwarz oder Gerade/Ungerade; Labouchère ändert nur, wie sich Gewinne und Verluste über eine Sitzung verteilen, und eine ausreichend schlechte Serie kann den nötigen Einsatz über ein Tischlimit oder die Bankroll des Spielers treiben, bevor die Folge je abgearbeitet ist.

Wetten soll Unterhaltung sein, niemals ein Weg, Geld zu verdienen. Setze dir Limits und hole dir hier Hilfe.

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